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» 13.05.2008 18:32: Ölpreis weiter in Übertreibungsphase

von Jochen Steffens

Zwei Wochen Urlaub haben nach diesem doch stressigen Jahresanfang an den Börsen sehr gut getan. Erfreulich auch, zumindest für mich als Rheinländer, dass sowohl Köln (Heimatstadt), als auch Mönchengladbach (Geburtsort) in die erste Liga aufgestiegen sind. Sie werden mir aber sicherlich auch als „Nicht-Rheinländer" zustimmen, dass der 1. Liga ohne wenigstens einer dieser Vereine etwas gefehlt hat.

Hier in Köln war entsprechend die Hölle los, gutes Wetter UND auch noch der Aufstieg - der Trubel erinnerte fast ein wenig an die Weltmeisterschaft. Doch nun wendet sich selbst in Köln die ungeteilte Aufmerksamkeit wieder der Arbeit zu, was für mich heißt: Börse.

Das augenfälligste Thema ist aktuell wohl der Ölpreis, der verhindert, dass die Börsen aufgrund niedriger Zinsen und leidlich guter Daten massiv ansteigen. Sie erinnern sich vielleicht, ich hatte geschrieben, der Ölpreis befinde sich in einer Übertreibungsphase und ein Kursziel von 135 Dollar genannt.

Hier der Chart dazu:

Chart

Damals hatte ich noch gehofft, dass uns ein solcher Anstieg erspart bleiben würde. Doch Sie sehen, seitdem hat sich der Kurs genau in die Richtung der Prognose entwickelt. Diese leitete sich aus der charttechnischen Gesetzmäßigkeit ab, nach der Konsolidierungen (hier zwischen der 90 und 100 Dollar Marke) häufig in der Mitte einer Trendbewegung auftauchen. Nimmt man also wie hier die erste Spanne bis zur Konsolidierung (unteres Rechteck) und legt diese an das Tief der Konsolidierung, ergibt sich daraus das entsprechende Kursziel von knapp 135 Dollar.

Ebenfalls (zumindest im linearen Chart) ist die Beschleunigung zu erkennen. Die Kurse steigen immer steiler an. Somit entsteht eine Art aufwärtsgerichtete Kurve, die gegen „senkrecht" strebt. Genau das ist so typisch für eine Übertreibungsphase.

Wir müssen demnach damit rechnen, dass der Ölpreis um die 135 Dollar Marke herum eine Konsolidierung startet, die auch durchaus schon unterhalb dieser Marke beginnen kann. Ob dann allerdings die 150 Dollar Marke als wichtige psychologische Marke an Relevanz gewinnt oder die Kurse auf die 100 Dollar Marke zurückfallen, ist zurzeit kaum vorherzusagen. Schließlich sind solche Übertreibungsphasen kaum prognostizierbar.

US-Wahlen und Ölpreis

Bekannt ist, dass der Ölpreis oft vor Wahlen als Wahlkampfmittel benutzt wurde. Ein sinkender, beziehungsweise niedriger Ölpreis stimmt die Wähler „gnädig", so dass sie eher bereit sind, die aktuelle Regierung, beziehungsweise in diesem Fall die aktuelle Regierungspartei (Republikaner) noch einmal zu wählen.

Und es sieht so aus, als würde die US-Präsidentschaftswahl im November diesen Jahres sehr spannend werden. McCain hat durch den Kampf zwischen Hillary Clinton und Barack Obama deutlich in der Wählergunst zulegen können. Kaum abzusehen ist aber, ob sich das ändert, sobald der demokratische Präsidentschaftskandidat feststeht und die eigentliche Wahlschlacht beginnt.

Obama setzt sich bei den Demokraten durch

Im Moment sieht es so aus, als ob Barack Obama die besten Chancen hat, Präsidentschaftskandidat für die Demokraten zu werden. Auch im direkten Vergleich zu McCain liegt Obama deutlicher vorne, während Clinton nur noch einen sehr knappen Vorsprung hätte.

Wahrscheinlich läuft es also auf ein Duell zwischen McCain und Barack Obama hinaus. Ich denke, wenn der Kandidat der Demokraten feststeht, werden die Republikaner sich auf diesen einschießen. Entsprechend werden die Demokraten antworten. Also noch ist demnach nichts entschieden! Auch wenn die Umfragewerte für den aktuellen US-Präsidenten George W. Bush selbst immer weiter in den Keller rutschen. Über 70 % der US-Bevölkerung lehnen mittlerweile seine Politik ab. Damit ist er der unpopulärste US-Präsident der US-Geschichte.

Wirtschaft und Ölpreis

Nach den neuesten Wirtschaftsdaten sieht es ein wenig danach aus, als könnte die US-Wirtschaft zumindest kurzfristig noch einmal auf den Wachstumspfad zurückfinden. Natürlich genau passend zur US-Wahl. Auch das ist nicht verwunderlich, diese Entwicklung zeigt sich häufiger und ist der Grund, warum häufig in den Wahljahren die Börsen im zweiten Halbjahr zulegen.

Es wäre in diesem Zusammenhang nicht verwunderlich, dass auch der Ölpreis im zweiten Halbjahr entsprechend zurückkommen würde. Und schon passt wieder alles zusammen.

Unterm Strich bleibt die aktuelle Situation an den Börsen auch aufgrund des hohen Ölpreises jedoch weiterhin angespannt.

Quelle: Investor's Daily


 

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