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» 18.04.2008 23:43: Rohstoffe Wochenrückblick

von Miriam Kraus

Energie

Auch in dieser Woche setzten die Rohölpreise wieder ihre starke Entwicklung weiter fort. WTI stieg gestern in New York auf ein neues Rekordhoch bei 115,54 US-Dollar pro Barrel.

Prägnanter Faktor für die Rohölpreisentwicklung war auch in dieser Woche nach wie vor die Korrelation zur EUR/USD- Entwicklung. So setzte ebenfalls im Verlauf des gestrigen Handelstages der EUR/USD zu einem neuen Hoch an in Richtung der 1,6000 -Marke. Daraufhin gab der luxemburgische Finanzminister Jean Claude Juncker zu Protokoll, die Finanzmärkte hätten die Aussage der G-7 zu den Devisenmärkten vom vergangenen Wochenende deutlich missverstanden. Er unterstrich nicht nur, dass ein anhaltend starker Euro nicht zu favorisieren sei, sondern auch, dass die G-7 nach Möglichkeit gemeinsam intervenieren würden. Daraufhin gaben sowohl EUR/USD, als auch die Rohölpreise wieder leicht nach.

Zum Ende der Woche hin, konnten die Rohölpreise allerdings weiter zulegen, trotz einer neuerlichen US-Dollar-Aufwertung. Grund dafür war dass sich die „Bewegung für die Emanzipation des Niger-Delta" zu einem Sabotage-Akt an einer Pipeline der Royal Dutch Shell bekannte.

Die Rohölpreise erhielten im Laufe dieser Woche weitere Unterstützung durch ein überraschendes Absinken der US-Rohöllagerbestände, sowie der US-Benzinlagerbestände. Dies forcierte die Befürchtungen der Ölbullen bezüglich einer knappen Angebotslage an Benzin, während die „Summer-Driving-Season" vor der Tür steht.

Dennoch sind die US-Rohölimporte mit 8,9 Millionen Barrel pro Tag gering. Ebenso operieren die US-Raffinerien nach wie vor bei einer Kapazität von 81,4 % auf niedrigem Level.

Als weitere preisunterstützende Faktoren galten in dieser Woche die -aufgrund von Russland - wieder aufgeflammte Peak-Oil-Debatte und die temporäre Sperrung eines mexikanischen Exportterminals.

Weiterhin ist nach wie vor ein hoher spekulativer Faktor im Markt vorhanden. Die Nachfrage nach Investitionen im Rohölmarkt, als alternative Strategie ist weiterhin hoch.

WTI zur Lieferung im Mai notiert gegenwärtig bei 115,44 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent Crude zur Lieferung im Mai notiert gegenwärtig bei 112,84 US-Dollar pro Barrel an der ICE Futures Exchange in London.

Metalle

Edelmetalle

Gold notierte in dieser Woche weiterhin in sehr enger Korrelation zur US-Dollar-Entwicklung. So zeigte Gold auf dem Spotmarkt zunächst wie erwartet weiterhin eine starke Preisentwicklung, entlang der EUR/USD-Entwicklung.

Während EUR/USD der 1,6000 Marke zustrebte setzte Gold seine stärkere Entwicklung ebenfalls weiter fort und schloss am Mittwoch bei 945,50 US-Dollar pro Feinunze.

Hernach setzte sich eine Seitwärtsbewegung fort.

Zum Ende der Woche gaben die Goldpreise dann allerdings wieder massiv ab, ebenfalls in Korrelation EUR/USD-Entwicklung. Am Freitag setzte der US-Dollar zu einer leichten Erholung an auf 1,5729 EUR/USD.

Gegenwärtig notiert Gold auf dem Spotmarkt bei 912,40 US-Dollar pro Feinunze in New York. Gold zur Lieferung im Mai notiert gegenwärtig bei 913,40 US-Dollar pro Feinunze an der NYMEX. Der London Gold Fix PM wurde heute auf 908,75 US-Dollar pro Feinunze festgesetzt.

Basismetalle

Wie erwartet setzte Kupfer in dieser Woche zunächst zu weiteren Preisgewinnen an. Der Maikontrakt an der NYMEX stieg auf über 4,04 US-Dollar pro Pfund am Donnerstag.

Grund dafür war zum einen die Korrelation zur US-Dollar-Entwicklung.

Am Donnerstag erhielten die Kupferpreise weitere Unterstützung durch einen Minenstreik in Chile. Die Minenarbeiter der chilenischen Codelco, dem weltweit größten Kupferproduzenten, streiken bereits den dritten Tag in Folge. Bestreikt werden gegenwärtig zwei Minen.

Zum Ende der Woche hin gaben die Kupferpreise allerdings wieder nach, aufgrund der US-Dollar-Aufwertung gegenüber weiterer sechs Leitwährungen.

Der stärkere US-Dollar sorgte für einen Verkauf der Basismetalle durch die Spekulanten.

Kupfer zur Lieferung im Mai notiert gegenwärtig bei 3,89 US-Dollar pro Pfund.

Rohstoffe Wochenrückblick Teil II und Ausblick

 

von Miriam Kraus

Soft Commodities

Wie erwartet zeigten sich die Reispreise auch in dieser Woche weiterhin im starken Aufwärtstrend.

Mai-Reis erreichte im Verlauf des heutigen Handelstages ein weiteres Rekordhoch bei 24,35 US-Dollar pro Zentner an der CBOT. Nachdem die Reisfutures bereits zum zweiten Mal in dieser Woche Limit-up notierten, erhöhte die CBOT das Trading-Limit.

Nach wie vor gelten die gleichen fundamentalen Beweggründe: das Angebot ist äußerst knapp, bei gleichzeitig steigender Nachfrage. Hinzu kommt nun noch, dass sich inzwischen auch China und Vietnam mit Exportbeschränkungen Indien und Ägypten angeschlossen haben, um sowohl die Binnennachfrage zu bewältigen, als auch die Preise zu unterstützen.

Rough Rice zur Lieferung im Mai notiert gegenwärtig bei 23,70 US-Dollar pro Zentner an der CBOT.

Auch Mais setzte seine starke Preisentwicklung wie erwartet weiter fort. Hier unterstützen ebenfalls nach wie vor fundamentale Faktoren, wie der Rückgang der Anbaufläche, die zeitliche Verzögerung in der US-Aussaat und daraus resultierende Spekulationen auf sinkende Ernteerträge die Preisentwicklung. Ganz besonders die Entwicklung des Wetters wirkt sich hier preisunterstützend aus, da die nach wie vor starken Niederschläge und Kälteeinbrüche in den Maisanbaugebieten die Aussaat verzögern.

Mais zur Lieferung im Mai notiert gegenwärtig bei 5,98 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT.

Ebenfalls wie erwartet setzte Weizen seinen Abwärtstrend weiter fort. Aussichten auf eine weltweit steigende Weizenproduktion aufgrund der weltweiten Ausweitung der Anbaufläche unterstützen diesen Trend. Hinzu kommt die gegenwärtige Wetterlage in den USA, wo die starken Niederschläge die Wachstums- und Ertragsaussichten für den zur Ernte anstehenden Winterweizen verbessern.

Weizen zur Lieferung im Mai notiert gegenwärtig bei 8,75 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT.

Sojabohnen erhielten in dieser Woche Unterstützung durch die zunächst schwächere US-Dollar-Entwicklung. Während der US-Dollar am Mittwoch auf ein Rekordtief bei 1,59883 gegenüber dem Euro fiel, zogen die Sojabohnen aufgrund des günstigen USD und von ihrem günstigen Preislevel aus betrachtet neue Käufer an. US-Exporteure verkauften in dieser Woche 477.000 Tonnen an Sojabohnen, das entspricht einem Anstieg von 21 % gegenüber der durchschnittlichen Verkaufsmenge der letzten vier Wochen. Unterstützt wurde dies durch rückläufige argentinische Exporte, aufgrund landesweiter Proteste gegen eine Anhebung der argentinischen Exportsteuern.

Sojabohnen als Ölsaat profitierten zudem von der Korrelation zur Rohölpreisentwicklung.

Sojabohnen zur Lieferung im Mai notieren gegenwärtig bei 13,61 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT.

Ausblick

Die Rohölpreise dürften weiterhin sehr schwankungsanfällig bleiben mit möglicherweise weiteren Preisanstiegen. Zwischenzeitliche Gegenbewegungen könnten sich aufgrund einer temporären stärkeren Gegenbewegung im EUR/USD ergeben, sofern nicht andere unvorhergesehene Faktoren die Rohölpreisentwicklung unterstützen.

Gold könnte in der kommenden Woche noch weitere moderate Verluste verbuchen. Auch mittelfristig könnte Gold noch eine weitere Gegenbewegung hinnehmen, um dann zunächst einen Seitwärtstrend zu verfolgen und hernach langfristig wieder neue starke Gewinne zu verbuchen. Allerdings dürfte der Markt weiterhin nichts von seiner Volatilität einbüßen. Die US-Dollar-Entwicklung dürfte weitere temporäre Impulse liefern.

Kupfer könnte in der kommenden Woche möglicherweise wieder leicht zulegen aufgrund der Besorgnis in Bezug auf das Produktions- und Nachfrageverhältnis. Weitere Unterbrechungen in der Produktion wirken preisunterstützend.

Mais und Reis könnten an ihrem Aufwärtstrend weiter fest halten. Weizen könnte zunächst weitere moderate Verluste hinnehmen. Sojabohnen könnten möglicherweise moderate Preisgewinne verbuchen.

So long liebe Leser...ich wünsche Ihnen ein entspanntes und sonniges Wochenende und bis Montag...

Ihre Miriam Kraus

Belehrung:

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