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» 28.02.2009 18:44: Wo soll das noch hinführen?

Zunächst einmal wird immer deutlicher, dass diese Krise nicht mit vergangenen Finanzmarktkrisen vergleichbar ist. Auf dem Spiel steht nichts weniger als das gesamte Finanzsystem an sich.

Ein kurzer Exkurs zu den Hintergründen der Krise ist vonnöten, um die existenzielle Bedeutung des Ganzen zu verstehen. Eine sehr interessante Abhandlung hierzu erschien vom Forschungsinstitut für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung aus Ulm.

Dirk Solte, der Autor der Studie, sieht die zunehmende Ballung von verwaltetem Vermögen bei nur wenigen "Superakteuren" als einen wichtigen Faktor, der zur Verschärfung der Krise beiträgt.

Explizit bezieht er sich auf "10 große Spieler" wie Staatsfonds und große Vermögensverwalter, die über "geschätzte" 40 Billionen Dollar verwalteter Assets verfügen. Namentlich nennt er dabei State Street Global, BNY Mellon, The Vanguard Group, Barclays, ADIA, GIC/TEMASEK und CIC, interessanterweise alles Namen, die (mit Ausnahme von Vanguard und Barclays) den meisten Anlegern gar kein Begriff sein dürften, weil sie eher im Hintergrund agieren.

Sein Szenario: Diese Player fordern momentan im großen Stil auslaufende Kredite (also so genannte verbriefte Geldansprüche), die sie anderen Finanzmarktteilnehmern gewährt haben, zurück. Das heißt, es erfolgt keine Verlängerung, die Kredite werden fällig gestellt. Das durch die Rückzahlung der Schuldner erhaltene "Bargeld" wird bei ausgewählten Banken geparkt.

Das Problem: Es gibt gemäß der Studie weltweit nur circa 4 Billionen Dollar an Zentralbankengeld. Weil dieses oder große Teile davon wie beschrieben dem Geldkreislauf entzogen werden, haben viele große Banken und Investmenthäuser Liquiditätsprobleme. Das Zentralbankengeld ist zwar da, befindet sich aber nicht im Geldmarkt.

Weil gleichzeitig auch die Ausleihungen der Banken untereinander (der Interbankenmarkt) auf Grund des gegenseitigen Misstrauens der Kreditinstitute zum Erliegen kommt, müssen Banken ihre werthaltigen Vermögensteile verkaufen, um an Liquidität zu kommen - und zwar zu Ausverkaufspreisen!

Interessant sind in diesem Zusammenhang die Hintergründe der Übernahme der Sovereign Bancorp durch die große spanische Bank Santander für 1,4 Milliarden Euro. Denn circa 65 Prozent an Santander halten institutionelle Anleger wie die oben genannten State Street.

Möglich, dass State Street und Co. durch die Anwendung der bekannten "Heuschreckenstrategien"sich diese Vermögensgegenstände ebenfalls unter den Nagel reißen.

Die Schlussfolgerung des Autors: Die wenigen großen Player mit viel Liquidität werden zu den großen Profiteuren der Krisensituation, die Opfer bluten immer mehr aus.

Was heißt das nun für uns als Aktionäre?

*Setzen Sie nur auf Firmen mit sauberen Bilanzen

Machen Sie sich bitte eins klar: Wenn Sie als Aktionär in den falschen Firmen investiert sind, kann das für Sie unter Umständen zu einem Totalverlust führen! Die "falschen Firmen" sind dabei solche, die - ob durch eigenes Verschulden oder nicht, sei mal dahingestellt - sich aktuell in der oben beschriebenen Opferrolle befinden.

Dazu zählen beispielsweise Banken, die auf zu vielen nicht realisierbaren bzw. unverkäuflichen verbrieften Geldansprüchen sitzen. In erster Linie sind das Banken, wie beispielsweise die oben angesprochene Citigroup, die jetzt wohl nach und nach verstaatlicht wird. Die Aktionäre werden dabei am Ende mit hoher Wahrscheinlichkeit leer ausgehen.

In Deutschland sind es nicht nur die beiden immer exemplarisch genannten Hypo Real Estate und die inzwischen eh in die Bedeutungslosigkeit versinkende IKB, sondern beispielsweise auch die Commerzbank, die akut gefährdet sind. Der sich fast im freien Fall befindliche Aktienkurs der Commerzbank macht dies sehr deutlich.

Gut möglich, dass hier auch bald das Tafelsilber, wie beispielsweise der Online-Broker Comdirect, abgestoßen werden muss. Das wäre ein weiteres Alarmsignal.

Außerhalb des Finanzsektors sind es vor allem hoch verschuldete Unternehmen, bevorzugt aus Krisenbranchen, die schnell in existenzielle Schwierigkeiten geraten können. Umgekehrt gilt: Unternehmen, die über einen sehr hohen Cashbestand verfügen, wenig Schulden haben (bzw. im Idealfall ganz schuldenfrei sind) und im Idealfall mit ihrem operativen Geschäft einen positiven Cash-Flow erwirtschaften, sind aktuell "the place to be".

Quelle: Geldanlage Report


 

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