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» 16.02.2009 06:18: Abwärtsschub würde Angstniveau steigern

Keine Angst vor dem Fall


Unser „Late-Day-Index" zeigt ein eindrucksvolles Bild. Seit Oktober 2008 steigt der Index kontinuierlich an. Der Late Day Index miss die Kursveränderungen im Dow Jones Index zwischen 20:00h und Schlusskurs. 

Wir haben eine derart deutliche positive Divergenz bisher noch nicht beobachten können. In solchen Situationen ergeben sich zwei Möglichkeiten. Entweder ist das smarte Geld derart bullisch, dass in den beiden letzten Handelsstunden auf Teufel komm raus gekauft wird, um für die nächste Rallye frühzeitig und vollständig investiert zu sein, oder wir haben es hier mit gezielten Manipulationen aus dem finanzpolitischen Umfeld zu tun.

Nachweisen lassen sich weder das eine oder das andere. Aber es ist schon auffällig, dass immer dann gezielt positive Meldungen an den Märkten platziert werden, wenn diese in den Abgrund zu kippen drohen. Die Reuters-Meldung vom Donnerstag bezüglich der möglichen Einführung einer Subvention für US-Hausbesitzer ist ja nur ein Beispiel von vielen. Ob die Medien bewusste oder unbewusste Handlanger der US-Administration sind, spielt dabei keine Rolle. Das Motto lautet: „Werft den Märkten ab und an einen Happen zu, damit sie nicht verhungern. Ist die Krise vorbei, kommt der Appetit schon wieder von selbst."

Die Märkte werden irgendwann diese „Tafelrunde" satt haben und von der Administration nicht nur Worte, sondern auch Taten in Form eines großen Befreiungsschlages sehen wollen. Und dann könnten auch die Häppchen nichts mehr nutzen.

Auffällig ist die aktuelle „Laissez faire"-Haltung der Investoren. Der 10-Tages-GD der Put-Call-Ratio befindet sich auf dem niedrigsten Stand seit zwei Jahren.

Je niedriger dieser Wert, desto weniger wahrscheinlich ist eine Bodenbildung.

Ein ähnliches Verhalten ist bei den US-Kleinanlegern zu beobachten. Werte von 143 (Donnerstag) und 150 (Freitag) zeigen an, dass aktuell deutlich mehr Call- als Put-Optionen gekauft werden. Das Verhalten der US-Kleinanleger zählt zu den Kontraindikatoren.

Fazit: Die Etablierung einer größeren Rallye an den US-Märkten erscheint von diesem Niveau aus unwahrscheinlich. Ein nochmaliger Abwärtsschub hingegen würde das Angstniveau steigern, so dass sich anschließend ein tragfähiger Boden ausbilden könnte. Wir erwarten den Beginn einer Rallye an den US-Märkten noch im ersten Quartal.

Robert Rethfeld
Wellenreiter-Invest


 

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