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» 28.11.2008 14:29: Gedanken zur Währungsreform

Zur Währungsreform  einige Glaubenssätze: Der erste lautet,

dass die Politiker in der Krise nichts tun, was sie nicht unbedingt müssen. Der zweite

lautet, dass Politiker niemals antizyklisch handeln. Sie sind bzgl. des Wirtschaftszyklus

stets die Getriebenen und nicht die Treiber. Die Etablierung von Frühwarnsystemen (z.B.

durch den IWF) bringt nichts. Selbst bei einem Funktionieren des Systems würde kein

Politiker oder Zentralbanker die Party unterbrechen wollen. Der dritte Glaubenssatz

lautet, dass der Konjunkturzyklus seinen Weg gehen muss. Bernanke und Paulson waren

nicht in der Lage, den Fall des S&P 500 um über 50 Prozent zu stoppen. Sie haben die

Kaufkraft nicht erhalten können und auch den Anstieg der Arbeitslosigkeit bisher nicht

stoppen können. Die Menschen - auch die Eliten - sind gegenüber diesen natürlichen

Zyklen so gut wie machtlos.

Jetzt Gedanken zur Währungsreform: Der häufigste Grund für eine Währungsreform

ist der Staatsbankrott. In der europäischen Geschichte waren Staatsbankrotte

keine Seltenheit. Das traf Frankreich und Spanien genauso wie Deutschland. In Südamerika

und in Russland sind Staatsbankrotte auch nicht unbekannt. Weitere Gründe für

Währungsreformen sind Kriege und Hyperinflation. Diese Themen lassen sich nicht

isoliert betrachten, sondern gehen häufig Hand in Hand.

Eine Währungsreform wird dann vollzogen, wenn die Politiker am Ende ihres Lateins sind,

wenn nichts mehr geht. Es ist die Ultima Ratio. In diesem Stadium sind wir noch nicht.

Noch vor einem Jahr hieß es von allen Seiten, dass der US-Dollar abstürzen würde, sollte

es in den USA zu einer großen Rezession kommen. Das Gegenteil war der Fall. Der

enorme Cash-Bedarf stützte den US-Dollar: „Cash war king". Mittlerweile ist soviel Cash

vorhanden, dass die Zinsen über alle Laufzeiten deutlich nach unten gedrückt werden.

Das Geld wird in Anleihen - und bei der FED - geparkt, fließt aber nicht dorthin, wo es

jetzt benötigt würde: Zum Konsumenten. Dieses Anlageverhalten schmeckt dem USDollar

nicht, er verliert derzeit seinen „Königsstatus". Währungen haben einen relativen

Bezug zueinander. Tatsächlich ist es jedoch so, dass der Euro aufgrund seiner Nähe zum

Goldpreis den „wahren Wert" des Währungsgefüges (im Gegensatz zum US-Dollar) recht

gut repräsentiert.

Eine große Währungsreform dürfte erst dann ein Thema sein, wenn der US-Dollar

unverhältnismäßig an Wert gegenüber anderen Währungen und Gold verliert. Nach den

uns bekannten Mechanismen kann ein solcher Fall kaum in einem deflatorischen Umfeld

stattfinden. Eine solche Situation dürfte mit einer galoppierenden oder sogar einer Hyper-

Inflation einhergehen, in der der Goldpreis (und damit auch der Euro) stark aufwerten.

Noch präsentiert sich der US-Dollar als stabiles Element der Weltwirtschaft. Jedoch: Wir

hatten in den vergangenen beiden Wochen von einem Comeback des Goldpreises geschrieben.

Erst wenn der US-Dollar beginnen sollte, deutlich an Wert zu verlieren, müsste

man die Antennen Richtung Währungsreform ausfahren. Aufgrund der Maßnahmen, die

von der Obama-Administration geplant sind (Hälfte des US-BIPs sollen für Hilfsmaßnahmen

ausgegeben werden), muss man davon ausgehen, dass die US-Regierung einen

deutlichen fallenden US-Dollar einplant. Dem kurzfristigen Rettungsgedanken wird die

langfristige Stabilität geopfert. Eine Währungsreform im US-Dollar auf mittlere Sicht ist

deshalb kein abwegiger Gedanke. Der Gedanke, dass sich die Welt auf einen einzigen

Währungsblock einigt, ist zwar interessant, aber auch hier gilt meiner Meinung nach,

dass es dem US-Dollar erst an den Kragen gehen muss, bevor eine solche Maßnahme

ergriffen wird. Das Währungsgefüge soll (im Groben) das Handelsgefüge der Welt

repräsentieren. Der Mechanismus des „Dampfablassens" wäre dann nicht mehr über die

Währungen möglich. Er würde sich andere Wege suchen, möglicherweise politische oder

kriegerische.

Eine Wiedereinführung der Goldpreisbindung wäre sicher auch keine nachhaltige Lösung.

In dem Zeitraum, in dem eine Goldpreisbindung existierte, fanden zwei Weltkriege, eine

Hyperinflation und eine große Weltwirtschaftskrise statt. Von Stabilität durch eine Goldpreisbindung

kann keine Rede sein. Die Zyklen werden sich immer ihren Weg bahnen,

das wird auch in den kommenden Jahrzehnten und Jahrhunderten nicht anders sein.


 

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