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» 06.08.2008 07:15: Werden die Märkte manipuliert?

Die Rezession ist sicher
So wie es aussieht wird die amerikanische Finanzkrise in Kürze auch nach Europa schwappen und hier eine Rezession oder gar eine Wirtschaftskrise verursachen. So brechen derzeit die Preise für Schiffsfrachten ein, auf Grund von Überkapazitäten. Einige Reeder sollen sogar in Panik verfallen, weil die früher prognostizierten Volumen-Steigerungen in diesem Jahr keinesfalls mehr erreichbar sein werden. Folglich könnte das gesamte Preisgefüge ins Rutschen kommen, wenn der eine oder andere Reeder gezwungen sein wird, noch deutlicher mit den Preisen nach unten zu gehen. Hierzu muss man wissen, dass Frachtraten sehr zutreffende, vorlaufende Indikatoren für das Wirtschaftsgeschehen sind. Denn was heute ab Asien verschifft wird, kommt zu Weihnachten in die Regale in Amerika und Europa. Und aufgrund der jetzt rückläufigen Transporttätigkeit lässt sich also schon heute vorhersehen, dass in den nächsten Monaten mit einem Rückgang der Konjunktur zu rechnen sein wird.

Der Horror wird salonfähig
Nun ist Ihnen dies als Smart Investor-Leser nichts Neues. Wir weisen seit Monaten auf diese Entwicklung hin und auch benennen wir klar, dass den derzeitigen Konjunkturzahlen aus den USA, die immer noch anständiges Wachstum signalisieren, nicht zu trauen ist. Auf S. 28 im aktuellen Heft weist unser Gastautor Dr. Conrad Mattern ganz klar darauf hin, dass die jetzigen Wachstumsdaten mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit bald nach unten, und wahrscheinlich sogar in den negativen Bereich, revidiert werden dürften. Auch das wäre für uns also nichts Neues. Wirklich neu für uns ist die Tatsache, dass all diese wirtschaftlichen Horrornachrichten jetzt relativ ungeschönt in den Medien diskutiert werden. Eugen Keller, der als Analyst beim Bankhaus Metzler tätig ist, beobachtet beispielsweise, dass sich der wachsende Konjunkturpessimismus wie "Mehltau" auf die Stimmung an den Märkten legt. Zutreffender und "blumiger" hätten wir es auch nicht ausdrücken können. Jawohl, die Stimmung ist miserabel, und das allein ist ein Grund, sich schon mal mit der Gegenseite derer zu beschäftigen, die momentan noch das Sagen haben. Gemeint sind die Bullen, die in den letzten Monaten mehr und mehr verstummt sind, und die mittlerweile nicht mehr viel zu lachen haben. Wir wollen daher nochmals unsere These hier bringen, welche als Erklärung für die Börsenentwicklung der nächsten Jahre taugen wird, auch wenn sie auf den ersten Blick unlogisch klingt.

Smart Investor-These
Die derzeitige Finanzkrise ist hinsichtlich ihres Ausmaßes so gigantisch, dass in Folge dieser das Finanzsystem kollabieren würde, wenn kein drastisches Eingreifen durch Notenbanken und Regierungen erfolgen würde. Da dies so ist, können wir mit Sicherheit sagen, was passieren wird: Es muss zu diesen oben genannten Eingriffen kommen. Das momentan laufende Staatsprogramm in den USA, bei dem den Haushalten Schecks über mindestens 600 USD zugestellt werden, ist ein solcher Eingriff. Und es werden noch einige weitere folgen und zwar so lange und so vehement, bis man den Abwärtssog, der sich momentan abzeichnet, aufgehalten hat. Eine weitere dieser Maßnahmen wären die eben durchgeführten Bailouts der großen Finanzinstitute durch den Staat (Fannie Mae und Freddie Mac). Das eigentlich anstehende Armageddon wird damit also noch mal verschoben, um den Preis jedoch, dass die Währung via Inflation und daraus folgender Teuerung geopfert wird (dass Inflation und Teuerung nicht das gleiche ist, wird im aktuellen Heft gleich in mehreren Artikeln erörtert, da es besonders wichtig ist, dies zu verstehen). Durch diese geradezu unverschämten Staatseingriffe (unverschämt deshalb, weil die Marktwirtschaft damit vernichtet wird) wird ein Bullenmarkt gigantischen Ausmaßes in den kommenden Jahren erzeugt werden. Ein Vergleich aus der Medizin soll hier Verständnis schaffen: Es gibt das Phänomen, dass Menschen nach langer, schwerer Krankheit kurz bevor sie sterben, nochmals "aufleben" oder gar euphorisch werden, so dass ein Außenstehender den Eindruck gewinnen könnte: Besserung ist in Sicht. Dieses Aufbäumen ist für Krankenschwestern und Ärzte aber oftmals das Zeichen dafür, dass es dem Ende zugeht. Dieser Vergleich mag vielleicht nicht 100%ig stimmig sein, aber er zeigt in gewisser Weise das, was wir für die Wirtschaft und die Börsen in den kommenden Jahren prognostizieren, nämlich einen sogenannten Crack-up-Boom, der für den Laien nach "alles ist okay" aussieht und für den Insider das Zeichen dafür ist, dass es dem Ende zugeht. Tiefergehender wird dies im Heft analysiert.



Zu den Märkten
Der bald einsetzende Crack-Up-Boom (dieser Begriff entstammt der österreichischen Schulde der Nationalökonomie und meint genau das oben beschriebene Phänomen) dürfte bald einsetzen und zumindest noch in 2008 für den Beginn des neuen "letzten Bullenmarktes" in diesem Finanzzyklus sorgen. Insofern kann es für uns nur um das Timing gehen, wann wir zum großen Einstieg in die Aktienmärkte blasen sollen. Dabei geht es für uns nicht um einen Tag hin oder her. Entscheidend wird sein, möglichst hohe Sicherheit bezüglich der Investments zu haben. Um es klar zu sagen: noch haben wir diese langfristig positiven Signale für die großen Indizes nicht. Allerdings lässt sich auf Grund des nachlassenden Abwärtsmomentums bei vielen Aktien schon erkennen, dass die untere Wende nicht mehr weit entfernt ist. Am Beispiel des DAX in nebenstehendem Chart wird ersichtlich, worauf es in den kommenden Wochen ankommen wird. Die eingezeichnete rote, abwärts gerichtete, Trendlinie ist die Marke, worauf wir achten müssen. Sie verläuft momentan bei etwa 6.770 DAX-Punkten. Es ist also noch ein Stück dahin, aber so wie sich die Aktien derzeit zeigen, kann es nicht ausgeschlossen werden, dass schon in wenigen Tagen dieses Ziel erreicht werden wird. Dann wird entscheidend sein, ob sie nachhaltig überwunden wird oder nicht. Parallel dazu muss man natürlich die anderen großen Indizes betrachten, inwieweit hier Erholungstendenzen parallel laufen. Eines jedoch kann man jetzt schon sagen, auch wenn viele es nicht für möglich halten sollten. Die amerikanischen Aktienmärkte sehen deutlich besser aus als die europäischen. Übrigens: die deutlich fallende blaue 200-Tage-Linie im DAX-Chart signalisiert, dass die Baisse intakt ist. Allerdings muss man bei der Interpretation dieser Linie wissen, dass Signale sehr, sehr spät generiert werden. Daher werden wir uns eher auf die klassische Charttechnik verlassen und die Interpretation der 200 Tage-Linie nur als zusätzlichen Hinweis verwenden.

Fazit
Die Angst ist groß derzeit, und oftmals sind genau das die Zeiten, in denen man antizyklisch kaufen sollte. Davon abgesehen scheint die Finanzkrise noch nicht zu Ende zu sein. Wir fahren demnach zweigleisig, einerseits schon behutsam investieren und andererseits immer noch ein Short-Zertifikat haltend.

Ralf Flierl

Quelle: Newsletter Smart-Investor


 

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