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» 14.07.2008 05:48: Neuer Bankencrash

von Martin Weiss

Die vergangene Handelswoche hatte es wieder einmal in sich. Der deutsche Leitindex gab in der sechsten Woche in Folge nach und fiel auf ein neues Jahrestief.

 

Und ein Ende der Talfahrt ist nicht in Sicht. Es ist nicht zu erwarten, dass der Crash auf Raten ein schnelles Ende finden wird.

 

Bankzusammenbruch in den USA

 

Apropos Crash, am Freitag war es nun so weit, in den USA wurde mit dem Kollaps des größten unabhängigen börsennotierten Baufinanzierers, IndyMac, ein neuer Höhepunkt erreicht. Es ist der größte US-Bankencrash seit 24 Jahren, der staatliche Einlagensicherungsfonds (abgesichert sind 100 000 Dollar pro Einleger, in Sonderfällen bis zu 250 000 Dollar) rechnet mit einem Schaden zwischen vier und acht Milliarden Dollar. Vor dem Kollaps fand ein klassischer Bank-Run statt. Innerhalb von elf Geschäftstagen zogen Kunden 1,3 Milliarden Euro ab, nachdem der demokratische Senator Schumer öffentlich Zweifel an der Überlebensfähigkeit der Bank geäußert hatte.

 

Neuer Tiefpunkt in Sicht?

 

Extrem spannend wird auch, was nun mit den beiden Größen Freddie Mac und Fannie Mae geschehen wird. Hier stehen sage und schreibe mehr als ein Drittel des US-Bips im Feuer, mehr als 5000 Milliarden Dollar an Schuldverschreibungen. Der ehemalige Chef der Dallas-Fed, Poole, sagte zuvor, dass die US-Bundesregierung den beiden halbstaatlichen Konzernen unter die Arme greifen müsse. Die Aktien- wie auch die Anleihenkurse von Fannie und Freddie, die mehr als 40 Prozent des US-Hypothekenmarkts (Gesamtvolumen 12 Billionen Dollar) abdecken, brachen zusammen.

 

Staatliche Rettung?

 

Keine Frage, ein Zusammenbruch der beiden Institute wäre fatal für das US-Finanzsystem. Insofern stellt sich die Frage, mit welchen Rettungsmassnahmen die Verantwortlichen reagieren werden. Zwar dementierte am Samstag eine Fed-Sprecherin noch mögliche Notfallfinanzspritzen. Auch regierungsoffiziell kommt eine Bürgschaftsübernahme ebenfalls noch nicht in Frage.

Ja, liebe Leserin, lieber Leser, im Extremfall würde eine staatliche Rettungsaktion das ohnehin schon horrend hohe US-Staatsschuldenniveau um sage und schreibe fünf auf 14 Billionen Dollar erhöhen!

 

Turbulenzen am Rentenmarkt

 

Insofern war es am vergangenen Freitag alles andere als überraschend, dass die US-Staatsanleihenmärkte massiv nachgaben. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte um 17 Basispunkte auf 3,96 Prozent. Anscheinend herrscht unter den Investoren schon eine gewisse Sorge, dass für diesen Extremfall die USA möglicherweise sogar das S&P AAA-Rating verlieren könnten. Es ist also nicht unweise, in den nächsten Tagen gezielt auf die weitere Entwicklung am Rentenmarkt zu achten.

 

Neue Rekorde

 

Parallel zur Zuspitzung der Finanzkrise erklomm der Ölpreis am Freitag ein neues Rekordhoch bei 147 Dollar je Faß. Und auch der Goldpreis schickt sich wieder an, vielleicht schon in den nächsten Tagen wieder den 1000er-Gipfel zu erreichen. Und auch beim US-Dollar Index steht der Test des März-Tiefstands an. Weiterer Einbruch nicht ausgeschlossen.

Quelle: Kapitalschutz Akte


 

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