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» 26.06.2008 13:12: Haben Spekulanten zuviel Macht?

von Dominique Braun

Liebe Leserin, lieber Leser,

heute möchte ich mit Ihnen aus aktuellem Anlaß einer Frage nachgehen: Haben Spekulanten zuviel Macht?

Auf dem Weg in mein Büro, im Londoner Westend, bin ich heute morgen an der Terminbörse LME (London Metal Exchange) vorbeigekommen. An dieser Börse werden Terminkontrakte wie Kupfer, Nickel und Zink gehandelt. Auch Spekulanten nutzen die LME, um kurzfristige Gewinne zu erzielen, indem sie auf steigende- oder fallende Kurse bei den Metallen setzen.

Regierungspläne albern"

Noch gestern hatten wir über den wesentlichen Unterschied zwischen Spekulationsgeschäfte und Absicherungsgeschäfte gesprochen und dabei auch festgestellt, dass Spekulanten die Preise teils deutlich nach oben katapulieren können. Dabei kommen wir zu einem interessanten Thema, was indirekt auch mit der London Metal Exchange zu tun hat. Denn der Vorstandsvorsitzende der LME, Martin Abbott, hat erst vor kurzem eine interessante Aussage getätigt. Er hatte Bestrebungen einzelner Regierungen, Limitierungen bei Spekulationsgeschäften einzuführen, als albern" bezeichnet.

Spekulanten verantworlich für Preisanstiege

Was steckt genau dahinter?

Wie wir mittlerweile wissen, haben Spekulanten wie Banken, Fonds etc. einen wesentlichen Einfluss an den Terminbörsen auf die Preisentwicklungen bei Rohstoffen, Metallen etc. Einzelne Regierungen würden am liebsten diese Macht der Spekulanten drastisch eingrenzen. Ein gutes und aktuelles Beispiel ist dabei der US-Senator Joseph Liebermann. Er macht nämlich die Spekulanten für die jüngsten Preisanstiege bei Rohöl, Korn und Kupfer verantwortlich. Und Herr Liebermann fordert mehr Regularien um die Dominanz der Spekulanten an den Terminmärkten einzuschränken.

Multichart

Abb.: Bie diesem Chart sehen Sie einen Vergleich der prozentualen Preisentwicklung von Kupfer, Rohöl und Korn an den Terminbörsen in den letzten 12 Monaten. Während Kupfer sich um mehr als 11 % in dem Zeitraum verteuern konnte, war es bei Rohöl ein Anstieg um 98 % und bei korn um 70 %. Der US-Senator Liebermann sieht dafür vor allem Spekulanten als die Veranwortlichen für die Preisanstiege.


Politiker sollen nicht die Preise von Rohstoffen bestimmen können

 

von Dominique Braun

Martin Abbott von der LME, dem weltweit größten Börsenhandelsplatz u.a. für Kupfer und Aluminium, kann die Aussage des US-Senators in keinster Weise nachvollziehen. Denn Abbott sagt ganz klar, dass Angebot und Nachfrage die Preise bestimmen. Und warum soll ein vom Volk gewählter Politiker eine bessere Idee über den fairen Preis eines Rohstoffs oder eines Metalls haben, als die gesamte Handelswelt und Industrie? Und er bezeichnete es als Unsinn", wenn Politiker meinen, einen guten Preis für irgendwas" (z.B. für Rohstoffe und Metalle) festlegen zu wollen.

Wird sich ein Entwurf gegen mächtige Spekulanten durchsetzen?

Der US-Senator Liebermann ist hingegen sehr besorgt, dass nicht mehr das natürliche" Angebot- und Nachfrageprinzip die Preise bei Rohstoffen und Metallen bestimmen. Seine Befürchtungen sind die spekulativen Handlungen diverser Investmentfonds, welche die Preise an den Terminbörsen künstlich nach oben katapultieren würden. Vor etwas über einer Woche wurde dem US-Senat bereits ein Entwurf von Liebermann vorgelegt. Demnach würden institutionelle Investoren wie Investmentfonds, mit mehr als 500 Mio. USD an Fondsvermögen, nicht mehr die Möglichkeit haben, am Terminmarkt Transaktionen für u.a. Rohstoffe oder Metalle durchzuführen. Was letztendlich von diesem Entwurf in die Praxis umgesetzt wird und werden kann, bleibt abzuwarten.

Aber der LME Chef Abbott machte mit einer anderen Aussage eines ganz klar deutlich:
Ohne Spekulanten werden die Terminmärkte und die Finanzmärkte nicht mehr existieren können.

Quelle: Members Daily


 

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